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Das Original von 1981   Die Klassikerversion von 1999
Das Duell mit dem Vampir
Original

515 679.3 (1981)
  Das Duell mit dem Vampir
Klassiker-Version

74321 67962 4 (1999)

Seite 1
Seite 2
 Seite 1 des Hörspiels

 
  (Langsame, unheimliche Musik: "Horror Theme".)
  (Musik: Titelmelodie der Klassiker-Gruselserie.)
Erzähler: Überall in Spanien gibt es Paradores. Das sind alte Burgen, Schlösser und Klöster, die wieder instandgesetzt und in Hotels verwandelt worden sind. Die moderne Zeit ist in die Paradores eingezogen, doch manche Gemäuer haben sich ihre Geheimnisse aus finsterer Zeit bewahrt.
   
  (Im fahrenden Auto.)
Tom: (pfeift eine spanische Boleromelodie)
Eireen: Ach, fahr' doch nicht so schnell, Liebling! Der Parador muß hier gleich sein!
Tom: (pfeift noch das Liedchen, hört dann auf) Im nächsten Ort, mein Schatz, vorher nicht, nach der Karte liegt der Parador mitten in Carmona.
Eireen: Und wie weit ist es noch bis Carmona?
Tom: Das weiß ich nicht. Ein paar Kilometer, denke ich! (Während Eireen spricht, singt Tom seine Boleromelodie weiter:) Ditelditelditel ...
Eireen: (gähnt) Ich bin müde, es ist gleich Mitternacht! Warum sind wir nicht in Cordoba geblieben, wir hätten längst schlafen können.
Tom: Du wolltest unbedingt in einem Parador übernachten.
Eireen: Iiich? Also das ist ja nun wirklich nicht wahr, ich wollte lediglich - Du, warte mal, da war ein Schild! Ja, du fährst wirklich zu schnell, jetzt habe ich es wieder nicht lesen können!
Tom: Also schön, halten wir an, und ich fahre zurück!
  (Der Wagen kommt mit quietschenden Reifen zum Stehen.)
Eireen: Laß nur, ich steige aus und gehe hin, ich muß mich ein wenig bewegen!
  (Eine Autotür wird geöffnet, einsetzendes Grillenzirpen.)
Tom: Daß du bei Vollmond immer so verrückte Ideen haben mußt!
Eireen: Ich bin gleich zurü-hück!
  (Schritte im Kies.)
Tom: Du kannst einem ganz schön auf die Nerven gehen, warum habe ich dich bloß geheiratet?
Eireen: Reg' dich nicht auf!
  (Autotür wird geschlossen.)
Tom: (lachend zu sich selbst) Verrückt, so was! Aber wenn sie unbedingt laufen will, soll sie laufen! Ich werde auch aussteigen.
  (Eine Autotür wird geöffnet, Schritte im Kies.)
  Eireen, kannst du überhaupt etwas sehen?
  (Im Hintergrund spanisches Frauengeschrei und Wolfslaute.)
  Was war denn das? (laut rufend) Eireen, Eireen, komm sofort zurück!
  (Pferdewiehern.)
Eireen: Ja, was ist denn?
Tom: Hier stimmt was nicht, hörst du's nicht?
  (Wolfsgeheul.)
Eireen: Ja, was ... was mag das sein?
Tom: Ich weiß es nicht, aber es hört sich seltsam an!
Eireen: Ja, wie ein Wolf!!
Tom: (skeptisch) Ach, hier gibt es keine Wölfe, bestimmt nicht.
  (Andauerndes Wolfsgeheul.)
Eireen: Uaah, unheimlich!! Es kommt näher! Das ist ein Wolf!
Tom: Eireen, ich bitte dich, in Spanien gibt es keine Wölfe, schon lange nicht mehr!
Eireen: Wie dunkel es ist ...!
  (Langgezogener Frauenschrei im Hintergrund.)
Tom: Da hat doch jemand geschrien! (Sprechpause) Kannst du etwas sehen?
Eireen: Nein, gar nichts. Aber von den Bäumen dort ist es gekommen!
Tom: Komm, steig' ein!
Eireen: Ja! Hier draußen fühl' ich mich gar nicht mehr wohl!
Tom: Da drüben! Siehst du? Da drüben ist jemand!
  (Wolfsgeheul, Laufschritte.)
Señorita Alvarez: (atmet heftig) Hilfe ... Hilfe, helfen Sie mir!
  (Unheimliche Musik beginnt im Hintergrund: "Die Nacht des Werwolfs".)
Eireen: (verwundert) Eine Frau!? Kommen Sie! Was ist denn?
Señorita Alvarez: Schnell, schnell, lassen Sie mich ins Auto, bitte!!!
  (Wolfsgeheul.)
Eireen: Sie - Sie bluten ja!
Señorita Alvarez: Der Wolfsmensch hat mich angefallen!!!
Tom: Steigen Sie ein!
  (Autotür wird geöffnet.)
  Los, Eireen, du auch! Weiß der Teufel, was das für Leute sind, die hier ihr Unwesen treiben!
  (Autotüren wird geschlossen.)
Señorita Alvarez: Fahren Sie, so fahren Sie doch! Die Bestie kommt!
Tom: Wenn es Sie beruhigt!
  (Auto fährt los.)
Señorita Alvarez: Da ist sie! Sehen Sie sie? Dort, dort bei den Akazien!!
Eireen: Ich sehe nichts!
Tom: Wir bringen Sie zu einem Arzt, Sie müssen verbunden werden!
   
  (Laute, schnelle Musik beginnt: "Verfolgung um jeden Preis".)
  (Laute, schnelle Musik beginnt.)
Erzähler: In dem Parador herrschte die gelöste Atmosphäre eines modernen Hotels, in der alles seine Ordnung zu haben schien. Hier wurde die Spanierin von einem Arzt versorgt.
   
  (Klirren und Klappern von Metallschüsseln.)
Doktor: So, Señorita Alvarez, jetzt ist wieder alles in Ordnung.
  (Jemand klopft an die Tür.)
  Oh, das wird die Polizei sein! Herein!
  (Tür wird geöffnet, Schritte, Tür wird geschlossen.)
Polizist: Guten Abend, Doktor, Señorita! Ich habe Señor Petersen dabei, der Sie gefunden hat.
Señorita Alvarez: Danke, Señor, daß Sie mir geholfen haben!
Polizist: Wer hat Sie überfallen, Señorita? Haben Sie den Mann erkannt? Hat er irgendetwas besonderes, das Ihnen aufgefallen ist?
Señorita Alvarez: (überlegt) Mmmh ... Besonderes? Nein, es war so dunkel, ich konnte nichts erkennen.
Tom: Aber Señorita, vorhin im Wagen haben Sie etwas von einem Wolf gesagt.
Señorita Alvarez: Von einem Wolf? (kichert) Da haben Sie sich bestimmt verhört!
Polizist: Señor Petersen sagte etwas von einem Wolfsmenschen!
Tom: Ja, richtig!
Señorita Alvarez: Von einem Wolfsmenschen? So ein Unsinn, das soll ich gesagt haben?
Tom: Ja, aber natürlich, das haben Sie!
Señorita Alvarez: Nein! Sie haben mich falsch verstanden. Ich bin von einem Verrückten überfallen worden, er hat mich gekratzt und gebissen, mehr habe ich nie gesagt!
Tom: Warum leugnen Sie?
  (Schnelle Musik beginnt im Hintergrund.)
Señorita Alvarez: Das ist ja unerhört! Versuchen Sie nur nicht, mir etwas in den Mund zu legen!
Tom: Schon gut, Señorita, schon gut, schon gut! Ich bin froh, daß Sie wieder in Ordnung sind!
  (Tür wird geöffnet, Schritte.)
  (Musik beginnt: "Die 'drei' kommen".)
  So was Dummes! Hätt' ich doch bloß den Mund gehalten ...
   
  (Musik.)
Erzähler: Tom Fawley kehrte auf das Zimmer zurück, das man ihm und seiner Frau für die Nacht zugewiesen hatte. Es war das letzte Zimmer, das noch frei gewesen war. Es lag hoch im Turm der alten Burg.
   
  (Heulender Wind / Tür geht auf.)
Tom: Du bist noch nicht im Bett?
Eireen: Nein, wie du siehst! Ich ... ich fühle mich hier nicht wohl! Ach, können wir nicht weiterfahren?
Tom: Weiterfahren? Du bist vielleicht gut, es ist schon nach Mitternacht, und der Tank ist so gut wie leer! Nirgendwo ist noch eine Tankstelle auf; wir müssen also warten bis morgen, ob es uns nun paßt oder nicht.
Eireen: Ach soo ...
  (Andauerndes Klappern.)
Tom: Was ist denn?
Eireen: Ach, ich weiß auch nicht! Diese Burg ist mir unheimlich!
Tom: Du wolltest hier übernachten, darf ich dich daran erinnern?
Eireen: Ja ja ja ja, ich weiß, laß uns nicht wieder davon anfangen! - Ach, spürst du denn nicht, daß irgend etwas hier nicht in Ordnung ist? (Sprechpause) Hast du die Waffen gesehen, die unten in der Halle an den Wänden hängen?
Tom: Ja. Und? Was ist mit ihnen?
Eireen: Ja, ich fühle mich bedroht!
Tom: (lacht) Hohoho!
Eireen: Und was ist mit dem Opferstein in der arabischen Halle?
Tom: Darauf sind vor Jahrhunderten Tiere geopfert worden! Das war, als die Araber über diesen Teil Spaniens geherrscht haben.
Eireen: Paah, und du bist sicher, daß das heute nicht mehr passiert?
Tom: Aber Eireen, ich bitte dich! Ist doch wohl nicht dein Ernst!
Eireen: Was hat die Alvarez gesagt? Ich meine, von dem Wolfsmenschen?
Tom: Ja, das ist allerdings seltsam! Sie behauptet, da wäre kein Wolf gewesen, und schon gar kein Wolfsmensch! Naja, das ist ja jetzt wohl auch egal.
Eireen: Th, sie leugnet alles?
Tom: Also, sagen wir, sie hat sich trotz des hellen Mondlichts geirrt!
Eireen: Ph!
Tom: Mittlerweile hat sie sich von ihrem Schock erholt und redet nicht mehr solchen Unsinn daher! Was ich noch sagen wollte: Gute Nacht!
Eireen: (beleidigt) Gute Nacht!
   
  (Langsame und unheimliche Musik: "Draculas Gruft".)
  (Langsame und unheimliche Musik.)
Erzähler: Eireen und ihr Mann Tom schliefen unruhig. Der Wind wurde immer stärker, und die Klappe im Kamin klapperte immer häufiger.
   
  (Andauerndes Windgeräusch und Klappern / Wolfsgeheul.)
Tom: Eireen?
Eireen: (verschlafen) Ja?
Tom: Weißt du, ich sollte an der Rezeption fragen, ob mir jemand etwas Benzin geben kann, daß wir wenigstens bis Sevilla kommen!
Eireen: Aach, das ist nicht nötig, wir werden die Nacht schon überstehen!
Tom: Naja, wenn du meinst! Ich ...
Eireen: Tom?
Tom: Ja, was ist?
  (Wolfsgeheul.)
Eireen: Hörst du nicht?
  Da ist etwas im Kamin!
Tom: Ach Unsinn, das täuscht. Der Wind hat nachgelassen.
Eireen: (eindringlicher) Tom! Jemand ist im Zimmer!
Tom: Aber Eireen, wer sollte hier sein?
Eireen: Mach' das Licht an!
Tom: Also gut, wenn es dich beruhigt ...
  (Mehrmaliges Klacken.)
  Es geht nicht.
Eireen: Bei mir auch nicht! Aber eben hat es doch noch gebrannt!
  (Unheimliche Musik setzt ein: "Die Nacht des Werwolfs".)
Tom: Ja, das ist vielleicht ein Stromausfall.
Eireen: (erschrickt) Tom! Da, am Fenster!
Tom: Wer ist da?
Eireen: (eindringlicher) AAAaah!!!
Tom: Verdammt nochmal, glaub' ja nicht, daß du uns beklauen kannst!
Eireen: Sei vorsichtig!
  (Tür wird geöffnet.)
Tom: So, jetzt hab' ich dich! ... Ah, verdammt nochmal! Sie ist mir entwischt!
Eireen: (atmet aus) Tom? Sieh' nach, ob unser Geld noch da ist!
Tom: Warte! Hier ist mein Feuerzeug.
  (Feuerzeuggeräusch.)
  Mach' die Kerze an.
Eireen: Oh, das Licht brennt wieder!
Tom: Es ist alles in Ordnung, unsere Sachen hat sie nicht angefaßt.
Eireen: Sie? Es war eine Frau?
Tom: Ja! Ja, ich bin ganz sicher.
Eireen: Uh, sieh doch mal! Das sind doch Fußspuren, sie kommen aus dem Kamin!
Tom: Die Fußspuren einer Frau.
Eireen: Ruf sofort bei der Rezeption an!
Tom: Also, zuerst will ich mal sehen, wer das war! Sie kann noch nicht weit sein!
Eireen: Ja, was hast du vor?
Tom: Na, was schon, ich geh' hinterher!
Eireen: Du willst mich hier allein lassen?!
Tom: Aber Eireen, ich bitte dich!
Eireen: Ich komme mit!
Tom: Na schön, aber beeile dich! Es ist sonst zu spät!
   
  (Langsame Musik: "Luzifers Stunde".)
  (Langsame Musik.)
Erzähler: Als Tom und Eireen ihr Hotelzimmer verließen, um der geheimnisvollen Frau zu folgen, die in ihrem Zimmer gewesen war, kam ihnen die Spanierin Alvarez entgegen.
   
  (Hallende, sich nähernde Schritte.)
Eireen: Haben Sie hier jemanden gesehen?
Señorita Alvarez: Eine Frau?
Tom: Ja, eine Frau! Sie muß hier entlang gekommen sein!
Señorita Alvarez: Ja, ich habe etwas gehört, es kam von dort!
Tom: Aus der Richtung? Na, nun gut!
  (Schritte von allen dreien.)
  Sehen wir mal nach! Hier geht eine Treppe nach unten!
Señorita Alvarez: Sie glauben, es ist eine Hoteldiebin?
Eireen: Ich weiß nicht, was wir glauben sollen!
  (Wolfsgeheul.)
  (erschrickt) Hören Sie! Der Wolf, der Sie angefallen hat, ist in der Nähe!
Señorita Alvarez: Ja, schon eine ganze Zeit! Ähm, das heißt ... mich hat kein Wolf angefallen, wie kommen Sie darauf?
Eireen: Ja ja, schon gut, Señorita ...!
Tom: (genervt) Seid mal leise!
  (Wolfsknurren, Geheul.)
  (Musik beginnt im Hintergrund: "Die Nacht des Werwolfs".)
  Da unten ist jemand!
Eireen: Es ist so dunkel da unten! Meinst du nicht, wir sollten jemanden holen?
Señorita Alvarez: Die Guardia civil? Wozu?
Eireen: Hört doch!
  (Wolfsgeheul.)
  Du hast recht, Tom! Es ist jemand da!
Tom: Schschtt! Das seh' ich mir an.
Eireen: Nein! Bleib' hier, das ist zu gefährlich!
Tom: Das werden wir ja sehen! Ich geh' mal die Treppe runter!
  (Schritte / Wolfsknurren.)
Eireen: Was war das?
Señorita Alvarez: Seltsam!
Tom: Hier ist eine Tür!
  (Eine Türklinke wird heruntergedrückt.)
  Sie ist verriegelt! Das werden wir gleich haben!
Eireen: Es hörte sich aber so an, als ob jemand durch diese Tür davongelaufen ist!
Tom: Einen Moment noch, ich hab' sie gleich auf!
  (Knarrende Tür / Heulender Wind setzt ein.)
  (Musik - für einige Sekunden - im Hintergrund: "Luzifers Stunde".)
Eireen: Eine Treppe! Sie führt in den Keller!
Señorita Alvarez: Machen Sie die Tür zu, Señor, schnell!
Tom: Warum sollte ich das?
Señorita Alvarez: Spüren Sie den Luftzug nicht? Es ist der Hauch des Todes, hihihi!!!
  (Schritte.)
Eireen: Ihh, wie das riecht! Nach Staub und Tod!
Tom: Ach, Unsinn! Wenn ihr nicht wollt, geh' ich da allein runter!
Eireen: Nein! Ich komme mit, ich lasse dich nicht allein!
Señorita Alvarez: Warten Sie!
  (Schritte werden immer leiser / Im Hintergrund scharrendes Kratzen.)
Tom: Leise! Da ist was!
Señorita Alvarez: Was denn?
Eireen: (flüsternd) Ja, hören Sie dieses Scharren denn nicht?!
  (Schritte.)
Tom: Hier ist die Treppe zuende. Jetzt werden wir ja gleich sehen! Psst!
Eireen: (schreit auf) Da! Dort hinten in der Ecke, eine Frau!
  (Scharrende Geräusche, Putz und Mörtel bröckeln.)
  (Unheimliche Musik setzt im Hintergrund ein.)
Tom: Sie hat die Wand aufgekratzt! (ruft laut) Hallo, was machen Sie denn da?
Eireen: Oh, und jetzt kriecht sie hindurch!
Tom: Also, ich will wissen, was das zu bedeuten hat. Komm, das sehen wir uns an!
  (Schritte.)
  Hinter der Mauer muß irgend etwas sein!
Eireen: Nein, Tom, laß uns lieber wieder nach oben gehen!
Tom: Ja, aber wozu denn, komm schon!
  (Schritte.)
  (Musik: "Luzifers Stunde".)
  Mal sehen, was da ist!
  (Musik im Hintergrund.)
  (Gruselige Effekte: Zischen.)
Eireen: (atmet aus) Eine Gruft! Mit einem Sarg!
Tom: Die Frau ist weg! (Sprechpause) Ja aber ... aber das ist doch nicht möglich! Ich sehe keine Tür, durch die sie verschwunden sein kann!
Eireen: (lacht unsicher) Vielleicht ... vielleicht haben wir uns getäuscht!
Tom: Aber Eireen, ich weiß doch, was ich gesehen habe! Dieses Weib kann sich schließlich nicht in Luft aufgelöst haben! Ich kriech' da mal durch!
  (Schritte auf bröckelndem Gestein.)
  (Musik setzt im Hintergrund ein.)
Eireen: Nein! Tom, bleib' hier!
Tom: So, ich bin schon durch!
Eireen: Oh, dann komme ich auch!
Tom: (lacht) Ja, dann komm doch ...! (lacht)
  (Schritte auf bröckelndem Gestein.)
Eireen: Aah, so! Oh, wie duster das hier ist, hast du denn kein Feuerzeug?
Tom: Doch, natürlich!
  (Feuerzeug wird angezündet, vereinzelte Geräusche von Wassertropfen.)
  So, hier. Das gibt ein wenig Licht!
Eireen: (atmet aus) Nur der Sarg ist hier, die Frau ist weg!
Tom: Sie kann sich ja nicht in Luft aufgelöst haben!
Eireen: Ja, aber sie ist nicht da!
Tom: Ja, aber wer sagt denn das, Eireen! Wenn wir sie nicht sehen, kann sie nur hier in diesem Sarg sein!
Eireen: Nein!
Tom: Wir wollen mal sehen, ob ich den Sargdeckel bewegen kann!
  (Musik: "Luzifers Stunde".)
  (Steinplatten schaben aufeinander, ständiges Geräusch von bröckelndem Putz.)
  (Die Musik schwillt währenddessen an.)
  Ja, es geht! Verdammt schwer, das Ding! (stöhnt)
Eireen: Nein! (schreit laut)
Tom: Mein Gott, das ist ... das ist die Alvarez!
Eireen: (verneinend) Mh-mh!! Nein, diese Frau ist schon lange tot! Uh, sieh' doch ihren Körper, er ist schon ganz verwest!
Tom: Aber das Gesicht sieht aus, als ob sie noch lebt! Erstaunlich, diese Ähnlichkeit mit Señorita Alvarez.
  (Musik beginnt: "Die Nacht des Werwolfs".)
  Wo ist die überhaupt? Señorita ...? He, hallo! Señorita -
  (Lauter Schrei / Wolfsgeheul / Kampfgeräusche / Schnelle Schritte.)
  Raus hier, Eireen, komm schnell, das ist der Wolf, er kämpft mit jemandem!
Eireen: Oh, To-om!
Tom: Nun hilf' -
Eireen: Hilf' mir!
Tom: Komm doch nun endlich raus und die Treppe hoch, verdammt nochmal!!!
Eireen: Ja ja! (stöhnt)
  (Eine Frau schreit spanische Sätze / Wolfsgeheul.)
  Wo sind sie? Wo ist der Wolf?
Tom: Ich weiß es nicht!
Eireen: Mit wem kämpft er?
Tom: Ich kann es doch nicht sehen, es ist doch viel zu dunkel!!! Nun komm schon!
Eireen: Ja, ich komm ja schon! Uh, da ist die Tür! (keucht)
  (Tür wird verriegelt, im Hintergrund sind weiterhin die spanischen Schreie hörbar.)
Tom: Endlich! Endlich, wir haben es geschafft! Gott sei Dank!
Eireen: (atmet aus) Puuhh! Ich hatte solche Angst!!
   
  (Glückliche Musik setzt ein.)
  (Musik setzt ein.)
Erzähler: Im Parador blieb es ruhig, als sei das Hotel nicht mit Gästen belegt. Tom und Eireen waren froh, dem düsteren Keller entkommen zu sein. Sie wollten nach oben in ihr Zimmer fliehen, als ihnen der Arzt entgegen kam, der Señorita Alvarez behandelt und verbunden hatte. Aufgeregt schilderten sie ihm, was geschehen war. Sie fürchteten, daß er ihnen nicht glauben würde, doch er schien an ihren Worten nicht zu zweifeln.
   
  (Schritte.)
Doktor: Eine tote Frau in einem Sarkophag! Auf eine solche Nachricht habe ich gewartet!
Eireen: Wieso haben Sie darauf gewartet?
Doktor: Moment!
  (Ein Schrank wird geöffnet.)
  Hier im Schrank ist etwas, was ich auf jeden Fall mitnehmen möchte!
  (Unheimliche Musik mit Flöte beginnt.)
Tom: Einen Revolver? Ja, wozu denn das?
Doktor: Das werden Sie gleich erleben! Kommen Sie!
Eireen: (leise) Ja!
  (Schritte, eine Tür wird geöffnet.)
  Der Wolf muß noch hier unten sein!
Doktor: Mmmh, das wird sich zeigen! Vielleicht ist er auch schon fort!
Tom: Aber es gibt nur diesen einen Ausgang!
Doktor: Ach, das glaub' ich nicht! Diese Burg hat viele Geheimnisse! Hier gibt es viel mehr verborgene Gänge und Türen, als Sie sich vorstellen können!
   
  (Unheimliche Musik mit Flöte.)


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Erläuterungen
 

 

H.G. Muck Versionsvergleiche und Transkriptionen
präsentiert von www.europa-vinyl.de und den Gruselseiten!

Dieser Gastbeitrag von Nina Linnepe erschien am 30.10.1999 erstmals in den Gruselseiten und ist seit dem 25.11.2000 auch auf der www.europa-vinyl.de zu finden.

Sven Haarmann/Harald Lutz, 25. November 2000

 

© Transkription & Versionsvergleich: Nina Linnepe • Umsetzung in HTML: Sven Haarmann (30. Oktober 1999)