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Das Original von 1981   Die Klassikerversion von 1999
Das Duell mit dem Vampir
Original

515 679.3 (1981)
  Das Duell mit dem Vampir
Klassiker-Version

74321 67962 4 (1999)

Seite 1
Seite 2
 Seite 2 des Hörspiels

 
  (Langsame, unheimliche Musik.)
  (Musik mit stilisierten Geräuschen: Wolfsgeheul, Glocken.)
   
  (Schritte.)
Eireen: Da, da drüben ist das Loch in der Wand, sehen Sie?
Doktor: Allerdings! Hier, halten Sie meine Taschenlampe!
Tom: Ja, gern! Da ist der Sarkophag!
Eireen: (erschrickt) Jemand hat den Deckel verschlossen. Ich weiß genau, daß er offen war, als wir von hier weggelaufen sind.
  (Frauenschreie im Hintergrund.)
Eireen: (erschrickt)
Doktor: Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
Eireen: (stockt, ist sprachlos)
Tom: Kommen Sie, Doktor, wir kriechen hindurch!
  (Musik setzt im Hintergrund ein.)
  (Putz bröckelt.)
Doktor: (keucht) Ziemlich eng für jemanden, der so dick ist wie ich! So, das geht gerade eben noch.
  (Unheimliche Musik: "Luzifers Stunde".)
  (Sargdeckel wird bewegt, Stein schabt aufeinander, vereinzeltes Geräusch von Wassertropfen.)
Tom: (ächzt)
Eireen: Da ist die Tote!
Tom: Jemand hat ihr einen Holzkeil ins Herz getrieben!
Eireen: (angeekelt) Uuuh, Tom, sieh doch! Sie zerfällt zu Staub!!
Doktor: Sie hat ihre Ruhe gefunden. Die Untote ist tot!
Eireen: Oh, wie entsetzlich! Wer hat das getan?
Doktor: Mmmh, das werden wir vielleicht noch erfahren!
  (Laute Geräusche im Hintergrund.)
Eireen: (erschrickt)
Tom: Da war jemand! Er läuft weg!
Doktor: Zu spät. Hier muß irgendwo eine Geheimtür sein, durch die ist er entkommen!
Tom: Ja, aber ich sehe doch nichts von einer Tür, absolut nichts!
Doktor: Wir werden morgen nach der Tür suchen!
Eireen: Glauben Sie, daß er derjenige war, der dieser armen Frau den Holzkeil ins Herz geschlagen hat?
Doktor: Arme Frau? Diese Frau ist eine Untote, ein Vampir! Es ist gut für uns alle, daß sie endlich ihren Frieden gefunden hat!
Eireen: (ehrfurchtsvoll flüsternd) Ein Vampir ...
   
  (Laute Musik.)
Erzähler: Der Arzt berichtete Eireen und Tom, daß er sich schon seit Monaten in dem Parador aufhalte und den weiblichen Vampir jage.
   
  (Wassertropfen.)
Doktor: Bisher habe ich vergeblich nach dieser Untoten gesucht. Irgend etwas muß passiert sein, so daß der Vampir gezwungen war, die Mauer aufzureißen und sein Versteck dadurch zu verraten.
Tom: Ja ... Ich weiß nicht ... ich weiß nicht, vielleicht hat dieser Wolfsmensch etwas damit zu tun?
Doktor: Mmmh, vielleicht.
Eireen: Können wir nicht nach oben gehen? (schaudert) Mir ist es unheimlich hier!
Tom: Ja, das ist mir auch lieber. Ich schiebe nur den Sargdeckel wieder zu!
  (Sargdeckel wird zugeschoben.)
Doktor: Warten Sie, ich helfe Ihnen! Zu zweit geht's leichter!
  (Sargdeckel wird zugeschoben.)
Doktor: So ... Möge sie nun für alle Ewigkeit ruhen.
  (Lautes Wolfsgeheul.)
Eireen: (erschrickt)
  (Unheimliche Musik mit Flöte setzt im Hintergrund ein.)
  Hören Sie! Da ist der Wolf wieder.
Doktor: Der Wolf? Mmmh.
Tom: Was wissen Sie von ihm, Doktor? Sie sind doch nicht nur Arzt?!
Doktor: Kommen Sie, wir ... wir gehen nach oben.
  (Schritte, Türen.)
  Sie haben recht, ich bin Wissenschaftler und befasse mich schon lange mit dem Problem der Untoten, deren Seelen keinen Frieden finden.
Tom: Doktor, was ist mit dem Wolf - oder besser, mit dem Wolfsmenschen?
Doktor: Ich habe ihn noch nie gesehen.
Eireen: A- ... aber Sie müssen doch etwas wissen!
Doktor: Das ist richtig!
Tom: Ja, dann sagen Sie uns, was Sie wissen!
Doktor: Es heißt, daß vor einigen hundert Jahren ein Gefangener von Angola nach Spanien gebracht, und hier bei lebendigem Leibe eingemauert worden ist! Dieser Mensch soll ein Werwolf gewesen sein, der in Afrika Angst und Schrecken unter den Eingeborenen verbreitet hat.
Eireen: Sie - Sie glauben also, daß es Wolfsmenschen gibt?
Doktor: Ich weiß es! In ihren Adern fließt das Elixier des Bösen. Es stammt aus den Urwäldern von Angola, wo es einen kleinen See geben soll, der von einem Magier verhext wurde! Wer aus diesem See trinkt, wird zum Werwolf!
Eireen: Aber man kann diesen Werwölfen nicht ansehen, daß sie welche sind, oder doch?
Doktor: Neiin!! Sie sehen wie ganz normale Menschen aus, und sie benehmen sich auch so. Sie können liebenswert und völlig harmlos sein. Bei Vollmond aber verwandeln sie sich in blutrünstige Bestien!
Tom: Und heute haben wir Vollmond!
Doktor: Auf diese Nacht habe ich gewartet, weil ich hoffe, den Wolfsmenschen endlich erledigen zu können!
Eireen: Sie wollen ihn töten?
Doktor: Ich muß! Zuviele Todesopfer hat es schon gegeben, Señorita Alvarez hat Glück gehabt, daß sie mit dem Leben davon gekommen ist! Sehen Sie? Dieser Revolver ist mit Silberkugeln geladen!
Tom: Mit Silberkugeln? Warum das?
Doktor: Weil Silber das einzige ist, was einen Werwolf tötet!
Eireen: (atmet erschrocken ein) Tom?! Laß uns von hier verschwinden, sofort!!
Doktor: Das können Sie nicht, Señora! Ich habe die Tore verschließen lassen, weil ich den Werwolf töten will! Er darf mir nicht noch einmal entkommen.
Eireen: Dann lassen Sie die Tore wieder öffnen!
Doktor: Nein, das werde ich nicht tun! (schmunzelt) Für Sie besteht keine Gefahr, wenn Sie auf Ihr Zimmer gehen und die Tür verriegeln.
Tom: Diese Frau, die da unten im Sarg liegt, ist vorhin durch unseren Kamin gekommen, sie hat mich angegriffen!
Eireen: Der Werwolf könnte auf dem gleichen Wege angreifen!
Doktor: Stellen Sie die Kaminklappe fest, dann kann nichts passieren!
Tom: Ja, das ist eine gute Idee, Doktor! Wir werden ihren Rat befolgen! Komm Eireen, wir gehen ins Bett! Gute Nacht, Doktor!
  (Musik beginnt im Hintergrund.)
Eireen: Gute Nacht, Doktor!
Tom: Und viel Erfolg bei ihrer Wolfsjagd! (lacht)
Doktor: Danke! Schlafen Sie gut!
   
  (Musik.)
  (Musik.)
   
  (Schritte.)
Eireen: Es ist so still hier ... Unheimlich!
Tom: Du brauchst keine Angst zu haben, mein Mädchen, die Nacht ist bald vorbei!
Eireen: Ob es der Werwolf war, der dem Vampir den Holzkeil ins Herz geschlagen hat?
Tom: Ja, wer denn sonst? Komm, hier entlang!
Eireen: Nach links? Unser Zimmer ist doch dort!
Tom: Nein, du irrst dich; ich weiß es ganz genau!
Eireen: Ach, auf dem Gang ist es so dunkel!
Tom: Ja, das ändert aber nichts daran, daß unser Zimmer da liegt!
Eireen: Na schön, wenn du meinst!
  (Schritte / Im Hintergrund sind Wolfsgeräusche zu hören.)
  (Musik beginnt im Hintergrund: "Die Nacht des Werwolfs".)
Eireen: Huch, warte mal! Hörst du was?
Tom: Nein.
  (Der Werwolf greift an.)
Eireen: (immer lauter schreiend) Oh ... ah ... aaaAAHHH!!
Tom: Eireen!!!
Eireen: Tom! Der Werwolf! Hilf' mir doch!
Tom: Zurück, Bestie!!
Eireen: Paß auf, Tom, er will dich beißen, paß auf!! (schreit schrill)
Tom: Lauf weg, Eireen, ins Zimmer! Schnell, schließ dich ein!
Eireen: Neeiin! Dann bringt er dich um!
Tom: Eireen! Lauf weg!
Eireen: Oh nein ...!
Tom: Jetzt hab' ich dich!!
  (Tom und der Werwolf kämpfen.)
Tom: Komm her!
  (Werwolf knurrt, lacht und läuft davon.)
Tom: Endlich!
Eireen: (atmet aus)
Tom: Endlich! Er ... ohh ...
Eireen: Er läuft weg, er flüchtet! Oh Gott, aber wieso, wieso hat er gelacht, Tom?
Tom: (lachend) Er hat gelacht, weil ich ihn gekitzelt habe!
Eireen: Was ...?
Tom: Das ist doch verrückt! Ja, ein Werwolf, der kitzelig ist!
Eireen: Oh, bist du verletzt, Tom?
Tom: Nein, zum Glück nicht! Aber du meine Güte, hat diese Bestie Kräfte! Ich hätte sie keine zehn Sekunden länger abwehren können! Ein Glück, daß ich auf den Gedanken gekommen bin, sie zu kitzeln!
Eireen: Ja ...!
   
  (Langsame unheimliche Musik: "Luzifers Stunde".)
  (Musik.)
   
Eireen: Der Doktor kommt!
Tom: Hier sind wir, Doktor!
  (Lauter werdende Schritte.)
Doktor: Ein Glück, Ihnen ist nichts passiert!
Eireen: (lachend) Weil mein Mann den Wolfsmenschen gekitzelt hat! (lacht)
Doktor: Sie haben - .... Was haben Sie getan?
Tom: Ja, ich ... ich wußte mir nicht mehr zu helfen, da habe ich den Werwolf gekitzelt, er mußte lachen, und dann ist er weggelaufen.
Doktor: (ringt fassungslos nach Worten) Sie hätten tot sein können! Wohin ist er geflüchtet?
  (Musik beginnt im Hintergrund.)
Eireen: Dort entlang!
Doktor: Dann entgeht er mir jetzt nicht mehr!
  (Schritte)
Tom: Warten Sie, Doktor, wir bleiben bei Ihnen! Das scheint mir sicherer zu sein, als allein durch diesen Parador zu geistern!
  (Musik beginnt im Hintergrund: "Luzifers Stunde".)
Doktor: Ja, wie sie wollen!
  (Schritte.)
   
  (Musik.)
   
Eireen: Der Werwolf ist nirgends zu sehen! Aber er ist hierher geflüchtet, das weiß ich genau!
Doktor: Dann kann er eigentlich nur in diesem Zimmer sein!
  (Quietschende Tür wird geöffnet, Schritte.)
Eireen: Seien Sie vorsichtig!
  (Heulender Wind, Schritte, Lichtschalter wird betätigt.)
Tom: Hier ist er nicht.
Doktor: Da! Das Fenster ist offen! Er ist uns über den Balkon entkommen! Der Balkon führt um den ganzen Parador!
Señorita Alvarez: (schreit laut auf spanisch)
  (Musik beginnt im Hintergrund: "Die Nacht des Werwolfs".)
Doktor: Das ist Señorita Alvarez! Schnell, wir müssen ihr helfen!
  (Schnelle Schritte.)
  Über den Flur, die Treppe runter! Da hinten ist ihr Zimmer!
  (Türen werden geöffnet, Schritte.)
1. weibl. Hotelgast: Ja, hören Sie mal, was machen Sie denn da für einen Radau?!
2. weibl. Hotelgast: Wer macht denn hier so einen Lärm?
3. weibl. Hotelgast: Ach du lieber Zeit, was ist denn hier schon wieder los?!
Eireen: Oh, endlich werden die Leute wach! Ich dachte schon, wir seien hier ganz allein!
Doktor: (ruft) Señorita Alvarez!!
Señorita Alvarez: (ihre Stimme ertönt dumpf durch eine Tür) Hilfe, er bringt mich um!
1. weibl. Hotelgast: Ja, da muß ja was passieren, da müssen wir doch mal gucken!
Señorita Alvarez: Helfen Sie mir!!
  (Man rüttelt an der Türklinke.)
Doktor: Die Tür ist verschlossen!
1. weibl. Hotelgast: Was wollen Sie denn da?
Doktor: Wir ... wir müssen sie aufbrechen!
Tom: (ruft) Kitzeln Sie ihn, Señorita, kitzeln Sie den Wolf!
Hotelgäste: (murmeln erregt Unverständliches)
Tom: Er ist kitzelig, hören Sie!!!
Señorita Alvarez: Bitte helfen Sie ...!
Doktor: Helfen Sie mir!
1. weibl. Hotelgast: Nun hören Sie mal auf, ja?!
Doktor: Wir müssen die Tür aufbrechen! Los, wir werfen uns gegen die Tür! Eins ...
1. weibl. Hotelgast: Nein ...(nuschelt den Rest des Satzes)
Doktor: Jetzt!!!
  (Man wirft sich gegen die Tür.)
Tom: Nochmal! Zugleich, Doktor! Jetzt!
Doktor: Jetzt!
  (Die Tür splittert, bricht aus den Angeln / Heulender Wind / Wolfsgeheul.)
Tom: Schießen Sie, Doktor! Schießen Sie doch!
  (Drei Schüsse fallen / Wolf heult auf und flüchtet.)
Eireen: Vorbei!
Doktor: Ja, Madonna, weg ist er!
Tom: Er ist durchs Fenster raus; schnell, Doktor, er muß noch auf dem Balkon sein!
Doktor: Ja, er entkommt mir nicht! Ich hab' wenigstens einmal getroffen! Vielleicht nicht ins Herz, aber ich hab' ihn getroffen!
Señorita Alvarez: Ich dachte, dieser Wahnsinnige bringt mich um!
Tom: Was ist denn das für ein Hammer? Und was soll dieser Keil?
Señorita Alvarez: Damit wollte er mich töten! Er wollte mir diesen Keil ins Herz treiben! Wenn Sie nicht gekommen wären, wäre ich jetzt wohl schon tot!
Tom: Seltsam! Warum wollte er Sie damit töten?
Señorita Alvarez: Das weiß ich doch nicht! Ich weiß nur, daß er es wollte, und ich bin froh, daß es ihm nicht gelungen ist.
Tom: Doktor, wir müssen den Werwolf verfolgen! Sehen Sie, da ist eine Blutspur!
Doktor: Sie haben recht!
Tom: Wir bleiben bei Ihnen!
Doktor: Von mir aus! Helfen Sie mir durchs Fenster! Bei meiner Leibesfülle ist das nicht so ganz einfach für mich! (stöhnt)
Tom: Kommen Sie, das schaffen wir schon!
Doktor: Ja. ...
Tom: So, sehen Sie!
  (Man klettert durch das Fenster, der heulende Wind wird stärker.)
Doktor: Ich werd' doch abnehmen müssen!
Eireen: Aber wozu, Doktor? Schließlich gehen Sie normalerweise ja durch Türen.
Doktor: Ja ...
Eireen: Oder müssen Sie bei ihren Patientenbesuchen öfter durch Fenster klettern?
Doktor: (lacht) Das gerade nicht, aber.... Pssst! Warten Sie! Da hinten am Ende des Balkons ist etwas!
  (Musik im Hintergrund: "Die Nacht des Werwolfs".)
Tom: Tatsächlich.
Eireen: Der Werwolf! Er kniet auf dem Boden!
Tom: Jetzt hat er uns gesehen!
  (Der Werwolf knurrt.)
  Er kriecht um die Ecke!
Doktor: Dann habe ich ihn also doch gut getroffen.
Eireen: Seien Sie vorsichtig, Doktor! Er könnte gerade jetzt gefährlich werden!
Tom: Vielleicht versucht er auch nur, uns zu täuschen!
Doktor: Mmmh, das wird ihm nicht gelingen. Die Kugeln aus dieser Waffe werden ihn tödlich treffen!
  (Der Wolfsmensch greift an.)
Tom: Vorsicht, er greift an!
Eireen: So schießen Sie doch!!
Doktor: Zurück!
  (Der Revolver fällt auf den Boden.)
  Der Revolver!
Eireen: Tom! Er hat ihm den Revolver aus der Hand geschlagen!
Doktor: Helfen Sie mir doch, tun Sie doch was!!
Tom: Verdammt ...!
Eireen: Tom, nimm den Revolver!
Tom: Ja, ich hab ihn ja schon! Zur Seite, Doktor, zur Seite!!!
  (Pistolenschuß.)
Doktor: (ächzt.)
  (Der Werwolf heult laut auf, prallt auf den Boden und beginnt zu winseln.)
  Er ist tot.
Eireen: Seht doch, er verwandelt sich! (erschrickt) Sein Gesicht ...
Doktor: Es bekommt wieder menschliche Züge.
Eireen: Ja!
Doktor: Das ist der Beweis. Der Werwolf ist tot!
Eireen: (atmet aus) Er ... er sieht noch so jung aus! Glauben Sie wirklich, daß es der Gefangene ist, der von Angola hierher gebracht wurde?
Doktor: Ja. Ja, das glaube ich.
Eireen: Aber wie konnte er all die Jahre überleben?
Doktor: Das wird sein Geheimnis bleiben.
   
  (Langsame, unheimliche Musik.)
  (Musik mit stilisiertem Wolfsgeheul.)
Erzähler: Der Werwolf war tot. Endlich kehrte Ruhe ein im Parador, so daß Tom und Eireen nun doch noch etwas Schlaf bekamen.
  (Zweite, glückliche Musik ertönt im Hintergrund.)
  Gleich am nächsten Morgen aber wollten sie abreisen. Sie saßen schon in ihrem Auto, als der Arzt und Señorita Alvarez zu ihnen kamen.
   
  (Vogelgezwitscher.)
Doktor: Señor Tom?! Señor To-om!
Tom: Was will denn der Doktor noch von uns?
  (Autotür wird geöffnet.)
Eireen: Ja, Doktor?
Doktor: Ach bitte, können Sie Señorita Alvarez und mich nach Sevilla mitnehmen?
Tom: Ja, aber natürlich, gerne doch! Kommen Sie, steigen Sie ein!
Doktor: (lacht erfreut)
Señorita Alvarez: Danke, das ist sehr freundlich von Ihnen!
  (Autotüren werden geschlossen.)
Tom: Also dann! Fahren wir!
  (Auto fährt los.)
Eireen: Das war eine aufregende Nacht!
Tom: (singt leise vor sich hin)
Doktor: (knurrt) Das kann man wohl sagen!
Eireen: (lacht) Aber jetzt haben wir es überstanden!
Tom: (nach einer sekundenlangen Pause) Señorita ...
Eireen: Was ist denn, Tom?
Tom: Ich kann Señorita Alvarez nicht im Spiegel sehen ...!
Eireen: (grinst) Dann stell' den Spiegel doch anders!
Señorita Alvarez: (lacht im Hintergrund in sich hinein)
Tom: Mach' keine Witze. Den Doktor seh' ich auch nicht!
Señorita Alvarez: Das liegt nicht am Spiegel, sondern an uns! Vampire kann man nicht im Spiegel sehen.
Tom: Vampire??
  (Tom tritt die Bremsen durch, der Wagen kommt quietschend zum Stehen.)
Eireen: (stammelt) Seien Sie doch nicht albern! Vampire vertragen das Licht der Sonne nicht, das weiß doch jeder! Und es ist hell, und die Sonne scheint!
Doktor: Wir haben uns eben angepaßt! Zunächst Señorita Alvarez und dann ich, nachdem sie ihre Zähnchen in meinen Hals gegraben hat und mich dadurch an ihrem Glück teilhaben ließ, Vampir zu sein!
Señorita Alvarez: Wir haben das Blut des Werwolfs getrunken, und jetzt können wir uns frei und unauffällig unter den Menschen bewegen. Niemand wird uns vier erkennen!
Eireen: Uuuns? Viiiier?
Doktor: Auch Sie werden unerkannt bleiben, meine Freundin ...
Eireen: Neeiin! Tom! Seine Zähne ...!
Tom: Komm raus hier, schnell!
Eireen: (schreit schrill)
Doktor: Aber nicht doch, nicht doch!
Eireen: (stöhnt) Hilfe! Tom, er beißt mich doch, bitte Hilfe!!!
Señorita Alvarez: Lassen Sie sich einen Kuß geben, Tom, und streuben Sie sich doch nicht!
Doktor: (knurrt)
Eireen: (seufzt, wird wohl ohnmächtig)
Tom: Nein, nein, ich will nicht! Ich will nicht! Ich will doch nicht ...
Señorita Alvarez: Zu spät, [spanisches Wort?] ... zu spät ...! (lacht)
Tom: ... Nein, ich will, ich will nicht! Nein, ich will, ich will - ich will nicht, nein, ich will ...
  (Schmatzender, saugender Kuß.)
  (spricht immer langsamer) Ich will doch nicht ...
Señorita Alvarez: Ich habe den Werwolf aus seinem Gefängnis befreit, um sein Blut zu trinken! Er war wild und ungebärdig, aber ich war stärker als er!
Doktor: Es ist gelungen! Und jetzt wird die Zahl der Vampire größer und größer werden! Wir werden uns über die ganze Welt verbreiten, nur der Werwolf hätte uns aufhalten können! (lacht)
  (Musik setzt im Hintergrund ein: Titelmelodie der Klassiker-Gruselserie.)
Señorita Alvarez: Aber Ihr habt ihn daran gehindert! (lacht)
Doktor: (lacht) Ich habe mich köstlich amüsiert! (lacht)
Señorita Alvarez: Und ich nicht minder! (kichert)
   
  (Musik: "Bobs Recherchen".)
  (Musik wird lauter.)


Seite 1
Seite 2
Erläuterungen
 

 

H.G. Muck Versionsvergleiche und Transkriptionen
präsentiert von www.europa-vinyl.de und den Gruselseiten!

Dieser Gastbeitrag von Nina Linnepe erschien am 30.10.1999 erstmals in den Gruselseiten und ist seit dem 25.11.2000 auch auf der www.europa-vinyl.de zu finden.

Sven Haarmann/Harald Lutz, 25. November 2000

 

© Transkription & Versionsvergleich: Nina Linnepe • Umsetzung in HTML: Sven Haarmann (30. Oktober 1999)